Editorial

Schon seit 1888 gibt es für Lehrlinge neben der betrieblichen Ausbildung auch eine schulische Bildungseinrichtung in Kufstein. In den Anfängen war es die sogenannte gewerbliche Fortbildungsschule, welche am Abend nach der Arbeit zu besuchen war. Nach kurzen Unterbrechungen in den Jahren des 1. und 2. Weltkriegs, gab es bald danach wieder Unterricht. Im Jahre 1947 erfolgte eine Verfachlichung, nur die kaufmännischen Bereiche blieben in Kufstein, alle gewerblichen Bereiche wurden leider in den Großraum Innsbruck abgezogen. In den folgenden Jahrzehnten gab es also im Bezirk die ehemaligen „Kaufmännischen Berufsschulen“ Kufstein und Wörgl. Im Jahre 1999 wurde auf Initiative von LSI Dr. Lettenbichler in ganz Tirol die Bezeichnung „Tiroler Fachberufsschule“ eingeführt.

Seit dem Jahr 2007 wurde der Wunsch vieler Gewerbe- und Industriebetriebe nach einer technischen Ausbildung im Unterland immer stärker. Wieder einmal waren es Initiativen von Privatpersonen und der Stadtgemeinde – siehe auch die Gründung des Gymnasiums, der HBLA und der FH, die eine Realisierung des zukunftsweisenden Projekts „Mechatronik“ in Kufstein ermöglichten. Die Landespolitik zeigte im Sinne der „Regionalisierung“ Rückgrat und stimmte dem Ausbildungsstandort Kufstein zu. Mit einem völlig neuen Konzept steht uns eine interessante und spannende Zukunft ins Haus. Das TECHNIKUM Kufstein schuf mit einem hochwertig eingerichteten Labor die Voraussetzung für eine qualifizierte fachliche Lehrlingsausbildung. Die bereits bestehende Fachberufsschule wird den allgemeinbildenden und wirtschaftskundlichen Unterricht in gewohnt fundierter Weise abdecken. Ein großer Vorteil dieser dualen Ausbildung wird die überschaubare Anzahl der Lehrlinge sein. Eine individuelle Förderung bei schulischen Schwächen der Lehrlinge bzw. zusätzliche Anreize bei besonders begabten Lehrlingen scheint in diesem Modell durchaus möglich. Der langgehegte Wunsch vom Landesschulinspektor bezüglich Ausbildungsdokumentation („Werkstättenbuch“) und ergänzendem Brückenlehrstoff wird sicherlich in das Gesamtkonzept der Mechatronikausbildung einfließen.

Die veränderten Rahmenbedingungen in Wirtschaft und Gesellschaft erfordern, dass neben hoher Fachkompetenz auch Personalkompetenz und Sozialkompetenz – als Voraussetzung zu eigenverantwortlichem Handeln in beruflichen, gesellschaftlichen und privaten Situationen – in den Unterricht einfließen. Die Verwertbarkeit des in der dualen Ausbildung Gelernten wird für die Zukunft unserer Lehrlinge in ihrer Berufslaufbahn und auch im privaten Bereich von entscheidender Bedeutung sein. Tragen wir alle zu einer erfolgreichen, lebensbejahenden und befriedigenden Laufbahn unserer Jugend einen positiven Teil bei!

Das Team der „Tiroler Fachberufsschule für Wirtschaft und Technik Kufstein“ sieht optimistisch und engagiert der Ausbildung im Lehrberuf Mechatronik entgegen.

Schulleiter

Dipl. BW. (FH) Siegfried Werndle

Für weitere Informationen betreffend Organisation und Lehrkörperbesuchen Sie uns bitte unter www.tfbs-kufstein.tsn.at.

Mechatronik

Lehrerteam

TFBS Kufstein
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Foto: TFBS Kufstein